Kein Schadenfall ist exakt wie der andere. Bauweise, Schadensbild, vorausgegangene Maßnahmen und die konkrete Aufgabenstellung bestimmen, welche technischen Fragen untersucht und wie die festgestellten Tatsachen bewertet werden müssen.
Unsere Praxisfälle zu Bauschäden geben deshalb einen Einblick in typische Fragestellungen aus der bisherigen beruflichen Praxis von Ronny Damm in Leipzig und Umgebung.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Ergebnis eines umfangreichen Gutachtens, sondern der fachtechnische Weg dorthin: Was wurde vorgefunden? Welche Fragestellung sollte geklärt werden? Welche Tatsachen waren für die Bewertung relevant und welche technischen Schlussfolgerungen ließen sich daraus ableiten? Auf diese Weise machen die Beispiele die Arbeitsweise von BauSachlage greifbar und zeigen, warum eine schadensbezogene und ergebnisoffene Betrachtung entscheidend ist.
Die folgenden Praxisfälle zeigen unterschiedliche Ausgangssituationen aus den Bereichen Bau-, Feuchtigkeits- und Sanierungsschäden. Dazu können beispielsweise ein Feuchtigkeitsschaden als Fallbeispiel, ein wiederkehrender Schaden nach einer Sanierung oder Auffälligkeiten an ausgeführten Bauteilen gehören.
Die dargestellten Fälle werden anonymisiert und so aufbereitet, dass keine Rückschlüsse auf Auftraggeber oder konkrete Objekte möglich sind. Sie zeigen beispielhaft, welche Ausgangssituation vorlag, welche technischen Zusammenhänge untersucht wurden und wie daraus eine nachvollziehbare fachtechnische Bewertung entstand. Die Beispiele dienen der Orientierung – eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Gebäude oder Schadenfälle ist aufgrund der individuellen Gegebenheiten nicht möglich.
In einer Dachgeschosswohnung traten im Bereich einer Küche wiederholt Feuchtigkeitsspuren auf. Zunächst bestand der Verdacht auf eine Undichtigkeit an einer wasserführenden Leitung oder auf von außen eindringende Feuchtigkeit. Aufgrund der Lage des Schadenbildes kamen jedoch mehrere Ursachen infrage.
Bei der Untersuchung wurde der betroffene Bauteilbereich geöffnet und der Verlauf der vorhandenen Leitungen geprüft. Dabei zeigte sich, dass ein durch den Dachraum geführtes Lüftungsrohr nicht ausreichend gegen Wärmeverluste geschützt war. An der kalten Rohroberfläche konnte sich bei entsprechenden Temperatur- und Feuchtebedingungen Tauwasser bilden. Das Wasser lief am Rohr entlang und trat erst an einer tiefer gelegenen Stelle sichtbar aus. Dadurch entstand zunächst der Eindruck eines Leitungs- oder Dachschadens.
Als Schadenursache wurde eine bauphysikalisch ungünstige Ausführung im Bereich des Lüftungsrohres festgestellt. Empfohlen wurden die fachgerechte Überarbeitung beziehungsweise Dämmung des betroffenen Rohrabschnitts, die Trocknung der durchfeuchteten Bauteile sowie eine Kontrolle vor dem endgültigen Verschließen. Der Fall zeigt, dass die sichtbare Austrittsstelle nicht zwangsläufig mit der tatsächlichen Schadenursache übereinstimmt.
An einem Wohngebäude waren im Sockelbereich erneut Risse, Ablösungen und hohl klingende Putzflächen aufgetreten. Der Bereich war zuvor bereits stellenweise überarbeitet worden. Die Schäden kehrten jedoch nach vergleichsweise kurzer Zeit zurück.
Bei der örtlichen Untersuchung zeigte sich, dass nicht nur die sichtbare Putzoberfläche betroffen war. Auch darunterliegende Armierungs- und Dämmschichten waren teilweise nicht mehr ausreichend tragfähig. In einzelnen Bereichen war der Dämmstoff porös beziehungsweise geschädigt. Zusätzlich war der Übergang zwischen Fassade, Sockel und angrenzender Gelände- beziehungsweise Terrassenfläche konstruktiv zu berücksichtigen. Eine weitere rein oberflächliche Reparatur hätte die eigentliche Ursache deshalb nicht dauerhaft beseitigt.
Empfohlen wurde, den geschädigten Sockel abschnittsweise bis auf einen tragfähigen Untergrund zurückzubauen. Anschließend sollten Sockeldämmung, Abdichtung, Armierung und Oberputz als aufeinander abgestimmter Aufbau erneuert werden. Besonderes Augenmerk war auf den Feuchte- und Spritzwasserschutz sowie die Anschlüsse an angrenzende Bauteile zu legen. Der Praxisfall verdeutlicht, weshalb wiederholte Einzelreparaturen häufig unwirtschaftlich sind, wenn der vorhandene Gesamtaufbau nicht zuvor untersucht wird.
Im Zuge einer geplanten Sanierung sollten vorhandene Bodenbeläge entfernt und anschließend neue Oberflächen hergestellt werden. Nach Beginn der Rückbauarbeiten zeigte sich jedoch, dass unter den sichtbaren Belägen kein ausreichend tragfähiger und dauerhaft geeigneter Bodenaufbau vorhanden war.
Unter Holzwerkstoffplatten und Lagerhölzern befanden sich unterschiedliche Auffüllungen aus Bauschutt, Erde und lehmhaltigem Material. Teilweise war eine erhöhte Materialfeuchte feststellbar. Darüber hinaus standen einzelne leichte Innenwände auf Bestandteilen dieses uneinheitlichen Bodenaufbaus. Das ursprünglich vorgesehene direkte Wiederherstellen der Bodenbeläge war unter diesen Voraussetzungen fachlich nicht zu empfehlen. Ein bloßes Überarbeiten oder Überdecken hätte das Risiko späterer Setzungen, Feuchteschäden und erneuter Verformungen nicht beseitigt.
Empfohlen wurde zunächst eine weitergehende Öffnung und Klärung des vollständigen Aufbaus. Auf dieser Grundlage sollte ein tragfähiges Sanierungskonzept mit geeignetem Untergrund, erforderlicher Abdichtung, Dämmung und neuem Estrich entwickelt werden. Auch die Standsicherheit beziehungsweise Lastabtragung der betroffenen Innenwände war vor der weiteren Ausführung zu prüfen. Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, Sanierungsmaßnahmen an den tatsächlich vorhandenen Bestand anzupassen und bei neuen Erkenntnissen nicht unverändert am ursprünglichen Leistungsumfang festzuhalten.
Sie möchten einen Bauschaden, Feuchtigkeitsschaden oder eine ausgeführte Sanierungsmaßnahme fachtechnisch einordnen lassen? Schildern Sie BauSachlage kurz den Sachverhalt und senden Sie erste Fotos oder relevante Unterlagen mit, falls diese vorhanden sind. Gemeinsam lässt sich klären, welche Untersuchung und Dokumentation für Ihren konkreten Fall sinnvoll ist.
Ja, die dargestellten Bauschäden sind Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit von Ronny Damm. Sämtliche Angaben werden jedoch anonymisiert und gegebenenfalls so reduziert, dass Auftraggeber, Objektstandorte und weitere vertrauliche Informationen nicht identifizierbar sind.
Nein, ein Feuchtigkeitsschaden-Fallbeispiel oder auch andere Praxisbeispiele können lediglich zeigen, welche technischen Zusammenhänge bei einem vergleichbaren Schadensbild relevant sein können. Die tatsächliche Ursache hängt jedoch immer vom konkreten Gebäude, den betroffenen Bauteilen und den jeweiligen Randbedingungen ab.
Ein Sanierungsschaden-Beispiel zeigt insbesondere, wie ein erneut aufgetretener Schaden im Zusammenhang mit der ursprünglichen Schadenssituation und einer bereits ausgeführten Sanierungsmaßnahme betrachtet werden kann. Es veranschaulicht damit die Vorgehensweise, ersetzt jedoch keine individuelle Untersuchung.
Viele Aufträge betreffen vertrauliche Schadenfälle von Versicherungen, Eigentümern, Hausverwaltungen oder anderen professionellen Auftraggebern. BauSachlage veröffentlicht deshalb ausschließlich anonymisierte Praxisfälle und stellt die fachliche Fragestellung und Vorgehensweise statt den Auftraggeber in den Mittelpunkt.
Nicht vollständig. Die Praxisfälle zeigen konkrete fachtechnische Aufgabenstellungen und deren Bearbeitung, ohne Kunden oder Objekte offenzulegen. Referenzen von Bauschadengutachten oder namentliche Projektbezüge können perspektivisch ergänzt werden, sofern dies mit den jeweiligen Auftraggebern abgestimmt ist.